Die Hälfte der Weltjugend und viel zu wenige Lehrkräfte: 15 Universitäten stärken BNE-Lehrführungskompetenz in Subsahara-Afrika
„Prognosen zufolge wird bis 2050 die Hälfte der Jugendlichen weltweit in Afrika leben, was Bildung zu einem zentralen Motor nachhaltiger Entwicklung macht", sagt Prof. Dr. Daniel Fischer. Gleichzeitig kämpft die Region Subsahara-Afrika mit einem Mangel an Lehrkräften – sowohl in Bezug auf ihre Anzahl als auch auf die Qualität ihrer Ausbildung – und die Komplexität der Nachhaltigkeitsherausforderungen stellt eine zusätzliche Anforderung an die notwendige Vorbereitung der Lehrkräfte dar. SSATL-ESD – Sub-Saharan Africa Teacher Leadership for Education for Sustainable Development ist eine neue transnationale Initiative, die diese Lücke schließen soll, indem sie die Führungsrolle von Lehrkräften in der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in der gesamten Region stärkt.

Aufbauend auf mehr als 30 Jahren BNE und Lehrkräfteausbildungsforschung, die von afrikanischen und europäischen Partnerinnen und Partnern geleitet wird, bringt SSATL-ESD 15 Institutionen aus Subsahara-Afrika und Europa zusammen – Universitäten in Südafrika, Sambia, Namibia, Malawi, Kenia, Zypern, Griechenland und die Leuphana Universität Lüneburg. Das Projekt wird vom Erasmus+ Programm der Europäischen Kommission kofinanziert, mit zusätzlicher finanzieller und Sachunterstützung durch regionale Partnerinnen und Partner sowie afrikanische Universitäten. Im Mittelpunkt steht das Modell der ESD Change Projects, ein handlungsorientierter Lernansatz, der teilnehmende Führungspersönlichkeiten dazu einlädt, die Veränderungen anzugehen, die ihre Institutionen und ihr Umfeld benötigen, um Curriculuminnovation und transformatives Lernen zu ermöglichen. Die Arbeit ist zudem darauf ausgerichtet, in den Rahmen der Afrikanischen Union für Kompetenzen und Standards im Lehrberuf (2023) einzufließen, wobei das Projekt Erkenntnisse darüber liefert, wie BNE in diesen Rahmen integriert werden kann.
An der Leuphana leitet Daniel Fischer das Projektkonsortium als Hauptforscher, mit Deepika Joon und Claire Grauer als Projektkoordinatorinnen. Die afrikanische Regionalkoordination wird von Distinguished Prof. Dr. Heila Lotz-Sisitka und Dr. Charles Chikunda an der Rhodes University geleitet, wobei die Kursgestaltung von Dr. Wilma van Staden koordiniert wird. Die Integration in den Rahmen der Afrikanischen Union wird von Dr. Zintle Songqwaru-Kamangu (Rhodes University) und UNESCO-Lehrstuhlinhaber Prof. Dr. Overson Shumba (Copperbelt University, Sambia) geleitet, aufbauend auf einer Situationsanalyse unter der Leitung von Dr. Manoah Muchanga (University of Zambia).
Das kürzlich abgeschlossene Training of Trainers Programm – geleitet von Dr. Sirkka Tshininganyamwe (Universität Namibia) und Teresa Ruckelshauß (Pädagogische Hochschule Heidelberg) – markierte einen frühen Meilenstein: Eine Gruppe von vierzig Lehrerausbilderinnen und Lehrerausbildern aus den Partnerinstitutionen ist nun darauf vorbereitet, BNE Lehrführungskurse durchzuführen und Kolleginnen und Kollegen bei der Umsetzung von ESD Change Projects zu begleiten. Der nächste Arbeitsbereich, geleitet von Dr. Caleb Mandikonza (University of Witwatersrand) und Dr. Tiffany Banda (University of Malawi), widmet sich den Change Projects selbst. Verteilte Führung ist sowohl ein Merkmal des Projektdesigns als auch das Modell, das in der gesamten Region verbreitet werden soll.
Mehr erfahren: SSATL-ESD Projektseite